Escape to Sidious

von DaBu, am 03.07

Escape to Sidious kann man ohne Zweifel als ein klassisches Weltraum Strategie Browsergame bezeichnen. Dabei basiert es auf dem Klassiker Escape-to-Space aus dem Jahre 2002. Es gilt ein Weltraum Imperium aufzubauen und sich Kriegerisch oder mit Handel über Wasser zu halten.

Seit wenigen Wochen ist Escape to Sidious auch im Google Play Store vertreten. Wir haben beim Entwickler Sven nachgefragt, welche Beweggründe er für die Entwicklung der App hatte.

Bereits als Sven 7. Jahre alt war, hat er zusammen mit seiner Mutter ein Galgenmännchen Spiel in Basic für den Commodore 64 entwickelt. Später entdeckte er das Spiel Escape-to-Space. Dies faszinierte ihn und begleitete ihn passagenweise bis heute. Damit bringt er zwei wichtige Eigenschaften mit, er kennt sich mit dem Spiel Escape-to-Space aus und ist in der Lage zu programmieren.

Escape to Sidious wurde auf der 2014 veröffentlichten Codebasis von Thomas Weichert entwickelt. Escape to Space selbst wurde 2014 hingegen unter einem neuen Betreiber als Escape2Space weitergeführt. Damit begannen leider auch die Probleme, welche im späteren Verlauf zu einer Abkehr von Escape2Space führten.

Nun bietet Escape to Sidious seit Anfang März eine vollwertige Alternative zum damals so beliebten Spiel. Zusätzlich gibt es seit wenigen Wochen eine App im Google Play Store.

Webgamers.de: Seit kurzem gibt es für Escape to Sidious eine App im Google Play Store. Was hat dich dazu bewegt eine App zu entwickeln?

Sven: Hier gibt es wohl mehrere Gründe, die dazu geführt haben. Hauptsächlich ging es mir darum einen Weg zu finden, wie ich dem Spieler das Erreichen des Spiels so einfach wie möglich gestalte.

Zusätzlich hat es natürlich den schönen Nebeneffekt, dass wir von einem größeren Publikum entdeckt werden können, welches nicht ausschließlich in der Sparte der Browsergames unterwegs ist.

Und seien wir ehrlich, eine App ist einfach zeitgemäß und man könnte schon sagen ein Feature, dass uns von sehr vielen Spielen dieser Art abhebt.

Webgamers.de: Eine App ist definitiv ein gutes Feature welches man seinen möglichen Spielern gut anpreisen kann. Viele Entwickler schrecken allerdings vor dem Zeitaufwand zurück. Kannst du uns dort einen kleinen Einblick geben wie groß der Aufwand gewesen ist um die App zu entwickeln?

Sven: Den Aufwand, in meinem konkreten Fall, schätze ich ganz grob auf 40 Mannstunden. Hier kommt es darauf an, was man hat und was man möchte. Ich hatte nun schon eine mobile Version der Webseite.

Diese einfach nur in einer App anzuzeigen geht ohne Vorwissen relativ schnell. Dann kämpft man, wie immer als Entwickler, mit diversen Kleinigkeiten.

Sound ging nicht auf Anhieb in der App. Die Session ging verloren beim Wechsel auf Landscape (drehen des Handys). Einige besondere Sichten skalierten merkwürdig. Und und und.

Zusätzlich kann ich den „klassischen Apps“ nicht viel abgewinnen. Ich bin überzeugt, die Zukunft gehört den progressiven Web Apps. Ziel ist es also, die Vorteile der mobilen Webseite mit den Vorteilen von Apps zu verbinden. Der erste Schritt war hier für mich eine Auto Login Funktion.

Die App ist also mit den 40 Mannstunden nicht fertig und steht noch ganz am Anfang.

Webgamers.de: 40 Stunden hält sich doch wirklich noch in einem Rahmen mit dem man arbeiten kann. Mit welchem Framework wurde die App entwickelt und kannst du dies für Einsteiger empfehlen?

Sven: Ich bin ja wenn man so möchte selbst ein Einsteiger. Das ist abgesehen von einem kleinen „wie macht man eine App Test“ vor einigen Jahren meine erste App. Ich habe das Android Studio gewählt. Die Benutzung empfinde ich als Intuitiv. Als begeisterter Eclipse IDE Nutzer habe ich mich direkt wohlgefühlt. Man kann zum Start ein „Hello World Template“ wählen und startet so mit einer voll funktionsfähigen, fertigen, Hello World App.

Sicherlich sind Java und Objektorientierte Kenntnisse hier von Vorteil.

Webgamers.de: Das hört sich doch super an, wenn man also etwas Java entwickeln kann, sollte der Einstieg dann nicht zu schwer sein. Du erwähntest, dass die App erst am Anfang stehe, kannst du uns schon etwas über mögliche weitere Funktionen innerhalb der App sagen?

Sven: Ja natürlich. Vieles ist mit einer App denkbar. Da wäre die Bedienung der App mit Spracheingaben. Z.b.: "Sende Nachricht an > MusterBenutzer" und dann einfach die Nachricht sprechen. Oder einfach nur ein Teilen Knopf beim Kampfbericht um etwas z.b. direkt im Whatsapp zu teilen.

Webgamers.de: Nachdem deine App jetzt im Google Play Store gelistet wird, hast du auch vor diese im App Store von Apple zu veröffentlichen?

Sven: Langfristig habe ich das vor. Kurzfristig gibt es hier mehrere Hürden. Zum einen ist der Apple Store für mein noch kleines Projekt etwas kostspielig. Hier entstehen unter anderem jährliche Kosten, damit die App gelistet bleibt. Man braucht einen Mac zur Entwicklung. Und die neue Programmiersprache heißt dann Swift. Zusätzlich ist eine App so gesehen ein Projekt für sich. Die App muss gewartet und weiterentwickelt werden. Der Apple Store wäre also das dritte Projekt, welches man pflegen muss.

Webgamers.de: Das heißt wir dürfen zumindest in der näheren Zukunft keine iOS App erwarten. Den Spielern bleibt natürlich weiterhin die mobile Ansicht des Spiels als vorübergehende Alternative. Auch wenn die App erst kurze Zeit am Markt ist, gibt es bereits Anmeldungen aufgrund der App?

Sven: Das kann ich leider nicht genau beantworten. ETS verzichtet auf jegliches User Tracking. Es wird also kein Google Analytics oder irgendetwas vergleichbares genutzt. Es geht auch gerade etwas durch die Medien, das kleinere App Anbieter neuerdings von Google benachteiligt werden, was die Sichtbarkeit angeht. Die Resonanz auf die App in der Community ist aber durchweg positiv. Einer der Spieler hat sich bereits ein Android Gerät gekauft und sein 8er Iphone in Rente geschickt für die App.

Webgamers.de: Nun gut, auch wenn es keine Zahlen gibt, am Ende zählt sowieso nur der Spaß und eine zufriedene Community. Bezüglich der Auffindbarkeit im Play Store, hat Google bereits indirekt eingeräumt, dass es ein paar Bugs gab. Vielleicht hat der ein oder andere jetzt Lust bekommen sich die App oder das Spiel anzusehen. Weitere Informationen findet ihr auf der Seite von Escape to Sidious. Ich bedanke mich für den spannenden Ausflug in die Welt der Apps.

Sven: Gern habe ich dieses Gespräch geführt. Ich hoffe ich konnte vielleicht auch den ein oder anderen motivieren den App Weg zu bestreiten. Ich denke der Aufwand steht in einem sehr gutem Verhältnis zum Nutzen. Und es kann uns Browsergames ein Stück weit helfen aus unserer Nische herauszukommen.

Escape to Sidious

Typ
Browsergame
Genre
Aufbauspiel
Schauplatz
Weltraum

Werbung