Der Einstieg in die Browsergame Welt

von DaBu, am 10.06

Browsergames werden immer unbeliebter, so heißt es an vielen Stellen. Dem ist allerdings nicht so, der Schwerpunkt verlagert sich lediglich immer weiter in Richtung mobiles Gaming. Browsergames und Handygames oder eben auch Onlinespiele im Allgemeinen haben auch heute noch klare Vorteile gegenüber PC- und Konsolenspielen.

Die Einstiegshürde ist entsprechend geringer und dafür gibt es drei einfache Gründe. Zum einen sind bis auf wenige Ausnahmen Browsergames kostenlos spielbar und zum anderen müssen nicht Gigabytes an Daten heruntergeladen werden um spielen zu können. Des weiteren ist das Spielen auch ohne HighEnd Computer und von überall möglich.

Laut einer Statistik ist die Begeisterung für Onlinespiele im erhobenen Zeitraum 2014-2017 unverändert geblieben, was zumindest andeutet, dass das Interesse seit Jahren nicht abnimmt. (Quelle statista.com)

Wir sehen also, Browsergames haben auch heute noch die Möglichkeit zu begeistern und sollte man sich überlegen ein neues Spiel zu entwickeln, gibt es ein paar Dinge, die dabei zu beachten sind.

Kenntnisse und Team

Für die Entwicklung eines Browsergames müssen mindestens zwei Bereiche abgedeckt werden. Zum einen die Programmierung und zum anderen das Konzept. Ohne diese zwei ist ein Start sinnlos. Weitere Bereiche wie Grafikdesign, Marketing und Communityarbeit sind darüber hinaus auch wichtig, aber nicht teil der minimalsten Anforderungen.

Damit steht fest, es ist nur schwer möglich alleine all diese Aspekte auf dauer sinnvoll abzudecken und deswegen wird für ein erfolgreiches Spiel immer ein Team benötigt. Ist man zum Beispiel Entwickler und kann auch gut Konzepte schreiben, dann wäre als Ergänzung ein Grafiker gut, welcher sich auch etwas mit Marketing auskennt.

Programmieren lernen

Was ist aber nun, wenn jemand ein gutes Konzept hat und keine Entwickler und Grafiker findet, aber selbst nicht programmieren kann? Das ist kein Problem, Programmierung kann man lernen. Allerdings muss dabei bedacht werden, dass es wirklich keine gute Idee ist, ohne Vorkenntnisse in der Entwicklung direkt mit einem Browsergame zu beginnen. Deswegen sollte man in so einem Fall lieber erst ein paar kleinere Projekte entwickeln.

Es bietet sich an ähnlich funktionierende Anwendungen zu entwickeln, von denen man sein Wissen später gut in die Entwicklung eines Spiels fließen lassen kann. Vielleicht schreibt man einen Login inklusive Registrierung, diese werden später auch im Spiel benötigen. Ein Gästebuch könnte man auch programmieren, dies verfolgt eine ähnliche Mechanik wie beispielsweise der Bau von Gebäuden oder dem Schreiben eines Angebots zum Übernahme eines Fußballspielers.

Konzept

Sobald die Kenntnisse zum Programmieren durch sich selbst oder ein Teammitglied gegeben sind, kann es mit dem Konzept losgehen.

Oft ist es so, dass Neulinge bereits ein Konzept im Kopf haben, allerdings gibt es auch hier viele Aspekte zu beachten. Jede Designentscheidung kann dazu führen, dass später nach dem Livegang vielleicht viel mehr Arbeit im Support anfällt oder bereits sehr früh ein größerer Server gemietet werden muss, da die Spieler zu viel Datenlast verursachen.

Freund oder Feind

Ganz unabhängig vom Schauplatz des Spiels muss von Anfang an klar sein, ob die Spieler später miteinander oder gegeneinander spielen sollen.

Auf der einen Seite bedeutet ein Kriegsspiel zum Beispiel deutlich höhere Interaktion im Spiel aufgrund dessen, dass die Spieler sich nicht nur mit ihren Einheiten bekämpfen, sondern auch oft mit Worten. Zudem müssen die Spieler regelmäßig prüfen ob Ihnen jemand an den Kragen möchte. Auf der anderen Seite bedeutet dies aber oft auch Spannungen innerhalb der Community, was wiederum einen größeren Aufwand für die Moderatoren bedeutet. Möglicherweise muss auch mit größeren Streitigkeiten zum Thema Regelwerk gerechnet werden. Dazu kommt noch das Thema Multiaccounts (eine Person spielt mehrere Accounts).

Friedliche Spiele wie zum Beispiel Wirtschaftssimulation bieten den Spielern oft kein direktes Aufeinanderstoßen an, sondern oft lediglich den Vergleich über einen Highscore oder maximal das Feilschen mit seinen Mitspielern. Dadurch kann möglicherweise die Interaktion der Spieler etwas geringer ausfallen, da diese weniger zwingend notwendig ist. Die Aktivität der Spieler ist nicht immer so konstant hoch wie bei einem Kriegsspiel, da kleinere Inaktivitäten oft vom Konzept verziehen werden. Multiaccounts sind auch hier möglich, aber sind eher seltener anzutreffen.

Mach es besser

Nachdem es Browsergames nun schon über 20 Jahre gibt, wurde auch jedes Konzept schon gefühlt 100-fach auf den Markt gebracht. Gerade Spiele deren Code kostenlos oder für kleines Geld zu kriegen ist, gibt es in sehr großer Zahl. Als Beispiel seien hier 2Moons und OpenWebsoccer zu nennen.

Wichtig ist, dass das Konzept mindestens ein Alleinstellungsmerkmal aufweist, was den Spielern einen Grund gibt genau dieses Spiel und kein ähnliches zu spielen. Kleinere Dinge wie “Kein Pay2Win” oder “Kein Premium” oder “Mobile Ansicht” sind ein guter Anfang, aber mit der Zeit werden immer mehr Spiele diesen Weg gehen und dann sind die Alleinstellungsmerkmale dahin.

Fazit

Um ein Spiel zu entwickeln braucht es mindestens Programmierkenntnisse und ein Konzept, welches nicht nur eine Kopie eines bereits vorhandenen Spieles ist. Viele Konzept-Entscheidungen haben Auswirkungen auf den späteren Betrieb des Spieles und ohne Team ist ein Spiel auf Dauer oft nicht sinnvoll zu führen.

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