Tipps für die Vermarktung eines Browsergames

gamesvermarktung

Heute möchte ich Euch ein paar Tipps zur Vermarktung eines eigenen Browsergames geben. Ich selbst betreibe seit etwa 10 Jahren das Browsergame Tischtennis Manager und in dieser Zeit spielte die Vermarktung eine (wenn nicht sogar die) entscheidende Rolle. Damit meine ich jetzt nicht die Steigerung der Einnahmen durch Werbung auf der eigenen Seite, sondern das Steigern des Bekanntheitsgrads und damit die Akquise von neuen Spielern. In der langen Zeit durfte ich einiges an Erfahrung sammeln, positiv wie negativ, und die Vermarktung ist, ähnlich wie die Entwicklung des Spiels selbst, ein fortwährender Prozess, den man nicht vernachlässigen sollte. Außerdem kann es auch richtig Spaß machen!

Marketing ist ein gigantisches Thema und ich möchte hier keine Grundlagen vermitteln, denn dafür wäre ein jahrelanges Studium besser angebracht. Nein, ich möchte in den folgenden Zeilen meine persönlichen Erfahrungen mit Euch teilen, die ich hauptsächlich im “Learning-by-doing”-Verfahren (mein liebstes Instrument) bei dem Versuch mein eigenes Game an den Spieler zu bringen, gemacht habe.

Bevor ich ins Eingemachte gehe, nochmals der Hinweis, ähnlich wie in diesem Artikel “Mit Browsergames Geld verdienen“, erst die Hausaufgaben machen, sprich, das Game muss vernünftig laufen, bevor ihr es vermarktet, sonst verbrennt ihr Euer Geld und verpasst Euch ein negatives Image, das man nicht mehr so leicht los wird.

Social Media Marketing

Und da sind wir schon mitten im Thema. Die sozialen Medien sind vermutlich die beste Möglichkeit sein Browsergame an den Spieler zu bringen, denn

  1. Erreicht man mit den sozialen Medien heute die meisten Menschen
  2. Kann man sie leicht direkt ansprechen
  3. Geht dies auch ohne Geld zu investieren

Jetzt ist der Begriff Social Media aber derart groß, dass ich mal ein paar der Möglichkeiten etwas genauer unter die Lupe nehmen möchte:

Forenmarketing

Forenmarketing
In Foren kann man gut Marketing betreiben, aber immer vorher nachfragen, ob es erlaubt ist!

Leider sind die Internetforen stark am zurückgehen, teils weil Google deren Wichtigkeit in den Suchergebnissen etwas zurückgestuft hat und teils, weil sich das Surfverhalten der User verändert hat. Da spielen Apps eine größere Rolle. Trotzdem bin ich ein großer Fan von Internetforen, da man sie erstens über die Googlesuche Zielgruppen genau finden und zweitens mehr Inhalte vermitteln kann, als es z.B. bei einem Tweet bei Twitter der Fall ist. Ich kann dort Screenshots hochladen, Youtube-Videos einbinden und alles schön übersichtlich formatieren. Wenn Du also ein neues Pferdeaufzucht-Simulationsspiel entwickeln möchtest, such Dir ein Forum über Pferde oder sogar spezieller über deren Aufzucht. In der Nische wird es nicht viele Foren geben, aber es lohnt sich auf jeden Fall diese komplett abzugrasen (um bei der Analogie zu bleiben*g*).

Foreneintrag gut vorbereiten

Eben weil es nicht mehr so viele aktive Foren gibt, ist es wichtig den Einstieg gut vorzubereiten und da gehört dazu vorher den Betreiber um Erlaubnis zu fragen! Links von neuen Usern werden von Forenbetreibern sehr ungern gesehen und die Chance, dass Du sofort gesperrt wirst, ist extrem hoch. Außerdem in die richtige Kategorie posten.

Gehen wir mal davon aus, das erste Posting hat geklappt, stoßen wir auf das nächste Problem: Leider ist es so, dass Browsergames einen schlechten Ruf haben und es kann gut sein, dass gleich die erste Antwort auf Dein neu gestartetes Thema ein Tiefschlag wird. Ein User, der Dich als Spammer beschimpft, als Abzocker hinstellt, Dein Spiel als Mist betitelt, etc. Das zieht einen als Betreiber natürlich sofort herunter, drängt einen in die Ecke des Verteidigers und lässt Emotionen hochkochen.

Wichtig: Lasst die Emotionen beiseite, erklärt ausführlich und nüchtern, wer ihr seid, warum ihr das macht und dass ihr Hilfe benötigt.

Mit etwas Glück springt Euch ein anderer User zur Seite. Wer ganz ausgefuchst ist, erstellt sich lange Zeit vorher einen zweiten Account, um eine positive erste Antwort auf die Vorstellung zu geben. Das habe ich nie gemacht, da es nicht ganz koscher ist, aber ich glaube, dass es psychologisch einen großen (Stimmungs-)Vorteil ausmacht. Der Mensch ist darauf geprägt sich der Wertung anderer Menschen anzuvertrauen, nicht umsonst hat sich allein aus den Bewertungen bei Amazon eine ganze Industrie entwickelt.

Hat sich Euer Thema etabliert, könnt ihr es z.B. für regelmäßige Updates nutzen und Spieler neugierig machen.

Facebook, Twitter und Co

Allein, dass ich diese in einen Topf werfe, zeigt schon wie gerne ich sie mag. Ich persönlich bin nie so richtig mit Social Media warm geworden, jedoch sind sie enorm wichtig… allein der Tatsache der Masse an Leuten geschuldet, die sich dort tummeln. Die zielgruppengerechte Suche gestaltet sich eventuell etwas aufwändiger, aber die Möglichkeiten sind dafür groß. Hierbei ist zu beachten, dass man sein eigenes Profil regelmäßig pflegen sollte. Einen Forenaccount kann man schon mal ein Jahr ungenutzt liegen lassen, aber bei Facebook und Twitter wäre das kontraproduktiv.

Warum kann ich speziell diese Medien nicht so sehr leiden? Weil sie meiner Meinung nach belanglose Zeitfresser sind. Meistens geht es um Banalitäten ohne Essenz, die einen ständig fesseln ohne wirklich voran zu bringen.

Zielgruppe des Tischtennis Managers
Insights der Fanpage des Tischtennis Managers. Die Zahlen sind allerdings mit Vorsicht zu genießen, da die aktiven Spieler durchschnittlich älter sind, aber vermutlich Facebook (ebenso wie ich) nicht so oft frequentieren.

Jedoch bietet sich z.B. bei Facebook etwas, das man auf jeden Fall einmal ausprobiert haben sollte und das ist die kostenpflichtige Schaltung von Werbeanzeigen. Ich gebe dafür heute kein Geld mehr aus, da mir das Preis-/Leistungsverhältnis nicht passt, aber dass man die Zielgruppe derart genau ansteuern kann, ist ein großes Plus.

Kleiner Tipp: Falls man seine Zielgruppe noch nicht so genau kennt, kann man diese über Facebook herausfinden. Zuerst bewirbt man die eigene Facebook-Fanseite (günstiger als externe Webseiten zu bewerben) und dann schaut man in den Statistiken nach, wer denn da so alles hängengeblieben ist.

Influenzermarketing

Die Influenzer sind zu einem Modebegriff geworden, obwohl das Prinzip schon sehr alt ist. Jemand, der einen gewissen Kreis an Personen erreicht, empfiehlt mein Produkt weiter. Ich nenne sie gerne die digitalen Tupperwaren-Party-Veranstalter. Die Influenzer haben mit dem Einzug des Social Media stark an Bedeutung gewonnen und es gibt einen großen Markt sowie Agenturen, die sich auf die Vermittlung spezialisiert haben.

Aber auch hier gilt leider, dass der Ruf der Browsergames uns das Leben schwer macht. Während ein kleiner Influenzer, z.B. ein Youtuber mit 1.000 Followern, sich über ein paar Euro in seiner Tasche vielleicht freuen würde, lehnen große Kanäle es grundsätzlich ab ein Browsergame zu bewerben, da sie Angst um ihren Ruf haben. Auch mittlere Influenzer werden es sich überlegen ein Browsergame zu bewerben, da die Gefahr besteht, dass deren Follower aufgrund der unpassenden oder langweiligen Thematik abspringen. Influenzer sind also für Browsergames nur bedingt geeignet, wobei sich sicherlich jemand dafür findet.

Vorsicht bei “Seeding Up”

Bei dieser Gelegenheit möchte ich vor dem Portal “Seeding Up” warnen, die Influenzer-Videos, Blogmarketing, Produkttests, Facebookposts, etc. anbieten. Erstens weil gewisse Dinge nicht ganz astrein sind, z.B. fehlende Kennzeichnung von Werbung in den Artikeln, Follow-Verlinkungen gegen Geld, etc. Zweitens weil sich in der Datenbank ein paar dubiose Angebote tummeln (z.B. Verkauf von Artikeln auf Social Media Plattformen Dritter) und drittens weil sich Seeding Up in seinen AGB vorbehält das eingezahlte Geld einzubehalten, auch wenn keine Einigung mit dem Influenzer zustande gekommen ist.

Achtung Seeding Up AGB
Achtung bei den Seeding Up AGB: Eingezahltes Guthaben verfällt nach drei Jahren, auch wenn keine Buchung zustande kommt. Auszahlung ausgeschlossen.

Mein Tipp ist passende Influenzer zum Thema zu recherchieren und direkt anzusprechen, dann muss man auch keine Vermittlungsgebühr zahlen.

Youtube und Twitch

Youtube und Twitch bieten ebenfalls die Möglichkeit neue Spieler anzulocken und das mit allen Sinnen. Ich nutze Youtube hauptsächlich für Tutorials, aber man könnte die Videokanäle durchaus auch für Lets Plays oder Werbung, wie z.B. einen Trailer nutzen.

Videos kann man gut in Social Media Postings als multimediale Unterstützung einsetzen.

Trailer des Table Tennis Manager

Leider eignen sich Browsergames nicht so gut für Lets Plays und Streamingvideos, da sie üblicherweise wenig actionlastig sind und die Videos deswegen schnell langweilig werden. Trotzdem sollte man alle Möglichkeiten ausschöpfen und sei es nur um Google ein rundes SEO-Profil anzubieten.

SEO – Suchmaschinenoptimierung

Ich glaube den Begriff SEO muss ich nicht mehr groß erläutern, da er jedem bekannt sein dürfte, deswegen nur soviel: Auch wenn die Googlesuche durch die Social Medias etwas an Präsenz verloren hat, ist sie immer noch sehr wichtig. Dort kann man zwar nicht nach Zielgruppen suchen, jedoch kann man seine Keys, also die wichtigsten Schlüsselwörter zum eigenen Spiel abgreifen.

Ich gehe nicht darauf ein, wie SEO funktioniert, das können gefühlte eine Million Tutorials besser, jedoch gibt es eine Sache, die ich sträflich vernachlässige, und das ist für indizierbaren Content zu sorgen.

Speziell Browsergames bestehen oftmals nur aus einer Startseite und dem Wichtigsten drum herum und dann kommt ein Login ins Spiel und das war es dann auch schon für den Google Bot. Der will aber Texte und Bilder indizieren und wenn er nix findet, bewertet er die Seite schlecht. Also lest Euch etwas in SEO ein, befolgt die Ratschläge und macht es nicht so wie ich *schäm*.

Nichts desto trotz befindet sich der Tischtennis Manager unter dem Suchbegriff “tischtennis manager” ganz vorne in der Trefferliste. Bei einer Nische ist das keine große Kunst, jedoch willst Du vielleicht einen Fußballmanager programmieren, da schaut es schon ganz anders aus.

Der Illusion, dass man es unter dem Begriff “browsergames” ganz vorne in die Trefferliste schafft, sollte man sich nicht hingeben, aber vielleicht schafft man es mit einer Wortkombination. Wer sein Browsergame gerade frisch gestartet hat und händeringend nach neuen Spielern sucht, sollte die wichtigste Wortkombination für sein Spiel bei Google abdecken. Falls es nicht über SEO klappt, dann über SEM.

SEM/SMM – Suchmaschinenmarketing/Social-Media-Marketing

Das eigene Spiel steckt in den Startlöchern und kein Schwein interessiert sich dafür? Du hast die sozialen Medien abgegraben, ein paar Freunde aktiviert und es sind gerade mal eine Handvoll Spieler interessiert? Da habe ich eine gute und schlechte Nachricht für Dich:

  • Erst die gute Nachricht: Es geht uns allen so!
  • Dann die schlechte Nachricht: Wenn Dein Spiel kein echter Knaller ist, kommt jetzt harte Arbeit und/oder Geldeinsatz auf Dich zu.

So sehr uns die IT-Riesen abzocken, aber sie sind teilweise die einzige echte Alternative und wenn Du erfolgreich sein willst, musst Du das Spiel mitspielen. Man kann es auch als Segen sehen, denn wie hätte man sonst für ein paar Euro so effizient Werbung für sein Spiel machen wollen!?

Wiederum will ich nicht so sehr ins Detail gehen, deswegen schau dir ein paar der unzähligen Tutorials zu dem Thema an und probier etwas herum. Du solltest die wichtigsten Wortkombinationen, die Dein Spiel am besten beschreiben, testen und so einstellen, dass Du es Dir leisten kannst, sie dauerhaft zu bewerben.

Vor allem zu Beginn ist es wichtig einen Grundstock an Spielern aufzubauen, damit Du eine solide Basis hast, wenn mal ein paar abspringen.

Die Fluktuation bei Browsergames ist extrem hoch und die Absprungrate liegt beim Tischtennis Manager bei 99,9%. Du denkst ich habe mich bei der Zahl verschrieben? Nein, lass Dich dadurch nicht sofort abschrecken und versuche die Werbemaßnahmen so zu optimieren, dass Du in die Gewinnzone kommst, falls Du Dein Spiel nicht nur als Hobby, sondern gewinnbringend betreiben willst. Wenn Du es Dir nicht mehr leisten kannst, pausiere, aber rechne nicht mit zukünftigen Einnahmen, die vielleicht nie kommen.

Verträge mit Agenturen auf Leadbasis

Wie später beschrieben, lohnt es sich nicht mehr ein eigenes Partnerprogramm aufzusetzen, jedoch gibt es noch ein paar größere Player im Markt, die in der Lage sind viele Leads für Dein Browsergame zu generieren. Diese Agenturen haben selbst einen Kundenstamm und wenn Du mit Ihnen ins Geschäft kommst, bewerben sie Dein Browsergame auf trafficstarken Webseiten.

Begriffserklärung “Leads” bei Browsergames
Ein Lead ist die bezahlte Anmeldung eines neuen Spieler über einen Partner.
Beispiel: Ich bezahle einem Webseitenbetreiber 1,- Euro für jeden Spieler, der über seine Webseite kommt und sich auf meinem Browsergame anmeldet. Um den Vorgang korrekt abzurechnen wird dem angemeldeten Spieler über eine spezielle Url (und/oder andere Zählverfahren) die Information mitgegeben, von welcher Webseite er ursprünglich kam. Im Normalfall nutzt man heute das Double-Opt-in-Verfahren, das bedeutet ein Lead wird erst dann gezählt, wenn der Spieler der Anmeldung über die Bestätigung seiner E-Mailadresse zugestimmt hat.

Leider darf ich hier nicht konkreter werden, da mit den Verträgen eine Verschwiegenheitsklausel unterschrieben wird, jedoch falls Du Interesse an dieser Art der Vermarktung hast und in der Lage bist etwas mehr Geld in die Hand zu nehmen, kann ich Dir noch zwei Agenturen nennen, die nach diesem Prinzip arbeiten und zwar:

Die Kontaktdaten findest Du auf deren Webseiten, aber sollte Dein Browsergame keinen professionellen Eindruck machen, wirst Du vermutlich eine Absage erhalten.

Werbung auf thematisch passenden Webseiten

Neben den genannten Agenturen war vor den Apps diese Form der Werbung die effizienteste. Damit meine ich Werbung auf thematisch passenden Webseiten mit hohen Userzahlen zu schalten. Die größeren Portale bieten ohnehin schon unter dem Begriff “Mediadaten” ihre Dienstleistungen an, falls nicht, kann man einen Webmaster auch einfach direkt danach fragen. Wichtig ist hier wirklich der passende thematische Bezug zum eigenen Thema bzw. seiner Zielgruppe. Damit steht und fällt die Effizienz dieser Art der Werbung. In meinem Fall also der Bereich Tischtennis. Vielleicht lässt sich im Zuge dessen ein guter redaktioneller Artikel herausschlagen, einfach nachhaken.

Ich habe auch versucht über Bannerwerbung auf Gamesportalen zu punkten, jedoch da muss ich Euch enttäuschen, gamestechnisch sind Browsergames einfach zu unbeliebt, als dass sich das rechnen würde.

Steam, Epic, Itch.io, etc.

Die in der Überschrift genannten Gamesportale bzw. Indieportale bieten Indie-Entwicklern die Möglichkeit eigene Games hochzuladen. Teilweise muss man für einen Entwickleraccount kleines Geld bezahlen. Für Browsergames stellt sich hier ein grundsätzliches Problem, nämlich, dass diese nicht aus installierbaren Dateien bestehen.

Steam
Ein guter Eintrag bei Steam könnte eine Flut neuer Spieler auslösen

Um diese Portale als Marketinginstrument zu nutzen, wäre mein Ansatz eine Art Browser zu entwickeln bzw. einen Vorhandenen so zu nutzen, dass er sich wie eine Datei installieren lässt und ausschließlich auf das gewünschte Browsergame zeigt. Das solchermaßen, dass es sich wie ein zu installierendes Game verhält und man somit diese Portale auch als Entwickler eines Browsergames nutzen kann.

Leider habe ich noch niemanden gefunden, der mir diese Idee umsetzen könnte und selbst wenn, ist es natürlich zweifelhaft, ob Spieleportale solch ein Konstrukt in ihrer Datenbank akzeptieren würden. Nichts desto trotz finde ich den Ansatz interessant, vor allem wenn man die Marktmacht von z.B. Steam bedenkt. Also wer sich imstande und willens sieht, etwas derartiges umzusetzen, mag sich doch bitte bei mir melden.

Crowdfunding

Das Crowdfunding erfreut sich großer Beliebtheit und könnte vielleicht eine gute Möglichkeit sein, Dein Spiel bekannt zu machen. Aber nicht nur das, vielleicht lässt sich mit interessanten Dankeschöns eine Finanzierung ermöglichen. Ich persönlich bin mit meinem Versuch über Crowdfunding die Finanzierung eines chinesischen Servers zu ermöglichen gescheitert, aber vielleicht war das nicht das richtige Konzept, deswegen würde ich Euch das Crowdfunding vor allem zum Start eines neuen Projekts auf jeden Fall empfehlen. Abgesehen vom Zeitaufwand kann man nicht viel verlieren.

Hier zwei Anbieter:

Eigene native App programmieren

Das Beste kommt fast zum Schluss. Während ich früher die meisten neuen Spieler über die leadbasierten Agenturen und Werbung auf thematisch passenden Webseiten erhielt, sind heute die Apps der Bringer schlechthin.

Nicht weil meine Apps so toll platziert sind und unter den abertausenden Apps herausstechen (was natürlich schön wäre), nein weil die Vermarktung über Google Ads hier das beste Preis-/Leistungsverhältnis bietet.

Das ist jetzt wirklich ein Top Insider-Tipp: Ich erhalte für denselben Preis im Vergleich zu textbasierter Adwordswerbung oder Facebookwerbung ein Vielfaches an neuen Spieler-Anmeldungen.

Die genaue Zahl schwankt und ist sicherlich auch abhängig von den gewählten Keys, Zielgruppen, etc. aber momentan sind App-Ads die effizienteste Möglichkeit schnell an viele neue Spieler zu kommen.

Google Play Apps Marketing
Apps bei Google Play lassen sich gut vermarkten

Leider liegt, wie bereits vorher geschrieben, die Absprungrate bei meinem Game bei 99,9%, jedoch ist die App des Tischtennis Managers einfach nicht zeitgemäß und aufgrund des hohen Aufwands sehr rudimentär auf das mobile Design aufgesetzt.

Wer also mit dem Gedanken spielt ein kleines Spiel zu entwickeln, dem würde ich heute aus marketingtechnischer Sicht dazu raten, gleich eine native App zu entwickeln.

Affiliate – eigenes Partnerprogramm aufsetzen

Ich habe einstmals bei Belboon und Adcell ein eigenes Partnerprogramm aufgesetzt um Webseitenbetreiber über Leads zu ködern, neue Spieler für mich zu werben. Ich mache es kurz: Die Zeiten, als das noch funktioniert hat, sind vorbei. Der Affiliatemarkt schrumpft und es tummeln sich kaum noch interessante Partner auf den Portalen.

Die Bewerbungen auf mein Partnerprogramm lassen sich inzwischen auf zwei Sorten eingrenzen:

  1. Private Homepagebesitzer mit wenig Traffic, die keine Leads bringen
  2. Betrüger, die versuchen mit fingierten Anmeldungen Geld zu stehlen

Deswegen lehne ich inzwischen fast alle Bewerbungen auf mein Partnerprogramm ab und überlege es ganz einzustellen, wie es übrigens auch schon viele von den Großen gemacht haben.

Aus heutiger Sicht würde ich mir den Aufwand, ein eigenes Partnerprogramm aufzusetzen, definitiv nicht mehr machen!

Falls Du trotz meines Abratens ein eigenes Partnerprogramm aufsetzen möchtest, würde ich Dir als Partner Adcell empfehlen.

Printwerbung

Da ich gerne nach dem Try-and-Error-Prinzip arbeite, habe ich natürlich auch dieses (ein paar Mal) ausprobiert. Fazit: Jedes Mal ein finanzielles Desaster. Falls ihr eine Zeitschrift habt, die exakt Euer Thema bedient, mögt ihr es versuchen, ich rate aber hiermit davon ab. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist grausam, das Tracking schwieriger und die Motivation sich auf eine gedruckte Anzeige online anzumelden geht gegen Null. Ich habs auch mit einem QR-Code auf der Anzeige versucht, nutzt kein Mensch. Vielleicht könnte man in Verbindung eines spannenden redaktionellen Beitrags zu dem Browsergame agieren, aber auch dann sehe ich da wenig Potenzial.

Schlusswort

Ich glaube damit habe ich die wichtigsten Themen zur Vermarktung seines eigenen Games abgedeckt. Falls jemand noch etwas weiß, gerne in die Kommentare! Außerdem kurz zum Thema “Marketing kann Spaß” machen: Es gibt für einen Entwickler nichts Schöneres, als wenn sich neue Spieler anmelden und einem dann auch noch ein tolles Feedback geben. In diesem Sinne wünsche ich Euch viel Erfolg mit Euren Spielen und speichert Euch die positiven Feedbacks irgendwo ab, dann könnt ihr in den mageren Zeiten davon zehren.

Wen es interessiert, hier die tollsten Feedbacks meiner Spieler:

https://forum.tabletennismanager.com/forum/thread/1228-warum-ist-der-tischtennis-manager-ein-tolles-spiel/

3 thoughts on “Tipps für die Vermarktung eines Browsergames

  1. Sehr gute Zusammenfassung.

    Ich kenne zum Beispiel einige Youtuber die die Entwicklung des Spiels dokumentiert haben und dadurch an Reichweite gewonnen haben, so hatten die direkt beim Launch eine Größere Fangemeinde die mehr Downloads auf Steam / Itch.io generiert haben wodurch die Plattform dann mehr Werbung gemacht und das Ganze wurde dann hoch geschaukelt.

    Schau dir mal das Making of von ISLANDERS. Es ist zwar ein Client game, könnte aber genauso im Browser funktioniert. Du klickst wohin und wartest eine Zeit. Die sind damit gut gestartet weil die ein Devblog gemacht haben.

    Das Gleiche für Equilinox. Ich spiele die Spiele nicht, konnte aber aus den Making ofs sehr viel Lernen.

    Danke noch mal für dein Beitrag.

  2. Sehr interessanter und gut geschriebener Artikel, der aber im Grunde (zurecht) auf eines hinausläuft: Ohne Geld wird’s schwierig. Browsergames zu vermarkten ist schwer, vor allem wegen des angsprochenen schlechten Rufes (der zu einem großen Teil zurecht existiert, weil viele Browsergames schlecht, repetitiv, veraltet oder überteuert sind). Für die wenigen wirklich guten Browsergames wird’s also schwer. Aber es hilft ja alles nix… 🙂

    1. Mit Geld wirds auch schwierig, man will sich ja nicht verschulden. Es ist immer die Frage was man will. Es gibt Leute die geben für Ihr Auto, Modelleisenbahn, Briefmarkensammlung, Partys oder andere Hobbies tausende von Euros jedes Jahr aus, rein zum Vergnügen. Mit einem Browsergame kann eventuell wieder etwas Geld zurückfließen. Außerdem bietet der Bereich Social Media, wie geschrieben, auch eine kostenlose Möglichkeit neue Spieler zu gewinnen. Halt mit viel Arbeit verbunden.

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